| Der
Falderhof
Kunst und Denkmalschutz im Hotel |
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| Der
Falderhof in Sürth ist eine
der ältesten erhaltenen Hofanlagen in Köln und Umgebung. Nur gut 300 m vom Rhein entfernt gelegen, wird er
zu Beginn des 13. Jahrhunderts als „Falltorhof“ wahrscheinlich erstmals urkundlich erwähnt. Das fränkische Gut gehörte unter der Ägide der Familie Grein lange zu St. Georg in Köln. 1895 gelangte es dann in den Privatbesitz der Familie Sugg, die die Anlage zu einer der modernsten Milchwirtschaften ihrer Zeit ausbaute: die ‘Suggsche Sanitätsmilchwirtschaft Sürth Falderhof’. Bis zu vierzig Pferdegespanne verteilten die pasteurisierte Milch, damals noch eine absolute Seltenheit, in Köln und Umgebung. Der
Hof wurde nach und nach modernisiert und so u. a. mit einer modernen Kipplorenanlage ausgestattet, die einerseits
Stroh und Futtermittel in die Stallungen, andererseits Mist und die Milch
aus diesen herausbrachte. Der Misthaufen war - wie man es sonst nur am
Niederrhein findet - überdacht und hatte einen direkten Lorenanschluß. Um
1895-1899 baute Bauer Sugg hinter der Hofanlage zusätzlich einen Pferdestall
mit darüber liegender Kutscherwohnung und eine Villa, die weit über die
reine Funktionalität hinausgehend reich und luxuriös ausgestattet wurde. Nach
dem Tod des Bauern Sugg wechselte die Folge der Besitzer rasch, so dass die Hofanlage zunehmend verfiel. Seit etwa 1960 wurde sie gar nicht mehr
bewirtschaftet und schien dem endgültigen Verfall anheim gestellt zu sein.
Doch dann haben der Bildhauer Rudolf Peer und seine Frau Gertrud in einer
acht Jahre andauernden Renovierungsarbeit den Hof wieder aufgebaut und
unter den strengen Auflagen des Denkmalschutzes zu einem feinen Hotel
hergerichtet. Auf
die historischen Gemäuer wurde Rudolf Peer während seiner Studienzeit
Ende der 50er Jahre aufmerksam. Damals suchte er für sich eine Wohnung
und ein Atelier - und fand beides per Zeitungsannonce auf dem Gelände des
Falderhofs. Er zog in eine Zweizimmerwohnung der Villa, zu der auch ein
Lagerraum gehörte. Einige Jahre später konnte Rudolf Peer die Villa und
auch den dahinter liegenden Pferdestall nach und nach erwerben, welchen er
für sich und seine Familie zum Wohnhaus mit Atelier aus- und umbaute. 1982
stand dann das übrige Areal mit den Gebäuden der Hofanlage zum Verkauf -
mit dem Ziel, dort Wohnungen zu errichten. Kurz entschlossen erwarb Rudolf
Peer die weiteren Gebäude - inzwischen Ruinen - und machte sich mit
seiner Frau Gertrud an die Arbeit, das Anwesen durch den Umbau zu einem
Hotel sinnvoll zu nutzen und es als historisch entstandene Einheit zu
erhalten. „In
den letzten Jahren sind so viele alte Hofanlagen durch falschen und
mangelhaft geplanten Umbau nahezu zerstört worden, das sollte mit dem
Falderhof nicht passieren,“ erklärt Rudolf Peer seinen Entschluss. In
Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde versuchte er zunächst, von der
vorhandenen Bausubstanz möglichst viel zu erhalten. Das war schwer genug.
Zwanzig Jahre hatte es überall hineingeregnet, das Fachwerk war stückweise
so morsch und verfault, dass es ausgetauscht werden musste, die Gefache
waren vielfach zerstört und die Fundamente in einem derart schlechten
Zustand, dass sie teilweise ebenfalls ersetzt werden mussten. Der Innenhof
musste neu gepflastert und die Dächer rekonstruiert und neu gedeckt
werden. Zum Teil wurden ganze Gebäudeteile abgetragen und dann
originalgetreu mit den alten Materialien wieder aufgebaut. Dennoch
ging der Ausbau der alten Milchküche und der dahinter liegenden
Kuhstallungen verhältnismäßig schnell vonstatten, so dass, weniger als
zwei Jahre nachdem mit der Planung begonnen wurde, bereits elf Hotelzimmer
fertig gestellt waren und die ersten Gäste beherbergt werden konnten. Doch
damit war die Arbeit noch nicht vollendet. Die nun folgende Renovierung
des Fachwerkhauses im linken Flügel der Hofanlage bereitete die meisten
Schwierigkeiten. Das Holzwerk des einstigen Herrenhauses, das später
weitgehend verputzt worden war, mußte freigelegt, die zerstörten Füllungen
erneuert werden. „Ich war davon überzeugt, daß die Bauern den Lehm für
die Gefachfüllungen seinerzeit vom eigenen Grundstück hatten. Also ging
ich auf die Suche und wurde auch fündig,“ erzählt Rudolf Peer. „Dann
folgte eine wahre Sträflingsarbeit“. Der Lehm mußte gestochen und in mühevoller
Handarbeit mit Harke und Mistgabel mit Stroh vermischt werden, um dann in
die Gefache eingebracht zu werden. Heute
befindet sich in dem urigen und verwinkelten Gebäudeteil das Restaurant
im Falderhof »Altes
Fachwerkhaus«.
Nach einigen Fremdverpachtungen in den Vorjahren hat seit Juli
2002 das Team um Hotelchef Christian Zeumer-Peer die Leitung des
Restaurants selbst übernommen. Seitdem umfasst das Angebot des Hauses die
leichte deutsche Küche, kombiniert mit internationalen
Spezialitäten und vielen Saisonangeboten. Im letzten Bauabschnitt, fertig gestellt 1990, wurden schließlich die Stallungen im hinteren Bereich in die Renovierungsarbeiten ein-bezogen. Dort entstanden weitere 22 Hotelzimmer und ein Veranstaltungssaal für bis zu 75 Personen. Eine geschickte Bauweise ermöglicht hier sowohl die Durchführung von größeren Tagungen und Konferenzen, als auch von kleineren Seminaren und Besprechungen. Der Raum wirkt durch die noch vorhandenen Stallsäulen und steinsichtig verputzten Wände wohnlich und behaglich, ist jedoch gleichzeitig mit umfangreicher und professioneller Technik ausgestattet. Darüber hinaus finden hier auch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen statt. Zusätzlich
wurde ein weiterer Konferenzraum über der alten Milchküche eingerichtet,
um auch die Durchführung von Besprechungen und Seminaren anbieten zu können.
Übrigens ist dies - zusammen mit der Betreuung des gesamten
Hotelbetriebes - mittlerweile die Aufgabe eines jungen Teams um den älteren
Sohn von Rudolf Peer, da dieser sich bereits wenige Jahre nach Vollendung
der Renovierung wieder seiner künstlerischen Tätigkeit zugewandt hat. Der
Frühstücksraum des Hotels ist ein Kuriosum: Er liegt über dem schon von
Bauer Sugg errichteten überdachten Misthaufen. Neben vielen Grünpflanzen
speist der Gast unter einem zeitgenössischen Abguss einer Madonna von
Michelangelo in prächtigem Renaissance-Rahmen, deren Original im Bargello
Nationalmuseum in Florenz aufbewahrt wird: die Madonna Tondo Pitti. Die
großen, bis zum Boden reichenden Maueröffnungen sind durch Fenster
verschlossen worden, das Dachgebälk wurde wieder in den Originalzustand
versetzt. Der lichte, gemütliche Raum gibt so den Blick in den Innenhof
frei und erinnert - zum Glück - nicht mehr an die ursprüngliche Funktion
des Platzes. In
den Innenräumen ist die ursprüngliche Architektur weitgehend erhalten
und die meisten Mauern sind - so wie früher - lediglich steinsichtig
verputzt und gekalkt. Dagegen besticht das stilvolle Interieur, die
Teppiche und die Wandbehänge, viele Kunstwerke des Bildhauers und
Zeichners Rudolf Peer, aber auch anderer Künstler vom Mittelalter bis
Picasso, und viele geschmackvolle Möbel und Antiquitäten bestimmen das
Bild. Jedes der sehr ruhig zum Innenhof oder Garten gelegenen Gästezimmer
ist liebevoll und mit individuellem Komfort ausgestattet. |
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